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Kapitel 1 - Der Schrein-Eichenwald

  Der Schrein-Eichenwald lag still vor ihnen.

  Zu still.

  Uralte Eichen ragten wie S?ulen in den Himmel, so massiv, dass zwei M?nner sie nicht h?tten umfassen k?nnen. Moos klebte in langen, dunklen Bahnen an den St?mmen, wucherte in den Furchen wie altes, nasses Fell. Dort, wo das Holz frei lag, zeigten sich Kerben, tiefe Scharten und Brandspuren – Spuren vergangener K?mpfe. Keine frischen. Aber auch nichts, was beruhigte.

  Zwischen den St?mmen verliefen schmale Pfade, kaum genutzt, halb verschluckt vom Unterholz. Der Boden war weich, federnd, bedeckt von feuchtem Laub und einem Teppich aus Moos, der jeden Schritt d?mpfte… und ihn trotzdem irgendwie lauter wirken lie?. Nicht für die Ohren. Für den Kopf.

  Das Bl?tterdach schloss sich fast vollst?ndig. Nur einzelne Strahlen der untergehenden Sonne fanden ihren Weg durch die Kronen und zerschnitten die Schatten in schmale, goldene Streifen. Dort, wo das Licht traf, glühte das Laub wie Kupfer. Ein Windsto? fuhr durch die ?ste, lie? Bl?tter rascheln – als würden die B?ume selbst tuscheln, Worte formen, die man nicht verstehen durfte.

  Doch kein Vogelruf. Kein Zirpen. Kein Laut eines Tieres.

  Nur diese bedrückende Ruhe.

  Krent stand am Waldrand, die Arme vor der Brust verschr?nkt. Der Wind zerrte an seinem kurzen schwarzen Haar, kühlte den Schwei?, der noch vom Marsch auf seiner Stirn lag. Seine blauen Augen bewegten sich st?ndig – von Stamm zu Stamm, von Schatten zu Schatten. Nicht hastig. Nicht panisch. Eher so, als würde er sich weigern, auch nur eine Ecke der Welt ungesehen zu lassen.

  Zu oft hatte er diese Art von Stille erlebt.

  Ein Wald, der schweigt, verbirgt etwas. Er atmet… aber h?lt den Atem an.

  Sein Blick glitt über das Unterholz, über das dichte Geflecht aus Farn und Wurzeln, über die dunklen Zwischenr?ume, in denen man sich einbilden konnte, dass sich etwas bewegte. Er h?rte sein eigenes Atmen, sein eigenes Herz – und es gefiel ihm nicht, wie deutlich beides war.

  ?Warum müssen wir wieder die Aufkl?rungsmission übernehmen?“, murmelte er schlie?lich. Es klang mehr nach Knurren als nach Frage.

  Die Antwort kam prompt, begleitet von einem leichten Lachen.

  ?Weil es unsere Mentorin so wollte.“

  Valeria.

  Sie lehnte entspannt an einen Baum, die H?nde hinter dem Rücken verschr?nkt, als w?ren sie hier, um einen Spaziergang zu machen. Ihr silbernes Haar fing das letzte Licht des Tages ein und gl?nzte, als w?re flüssiges Mondlicht darin gefangen. Ihre roten Augen funkelten schelmisch – und doch war ihr Blick wach genug, dass Krent es bemerkte.

  ?Meryia vertraut uns eben am meisten, mein Schatz.“

  Krent verzog das Gesicht.

  Vertrauen, ja? Für mich fühlt es sich mehr nach Ausnutzen an.

  ?Zu viel Vertrauen, wenn du mich fragst…“ Er lie? den Blick nicht von den Schatten. ?Und warum nur wir beide? Wir h?tten zu viert ausrücken sollen.“

  Er sah es vor sich: ein Team, das den Wald abriegelte, sich absicherte, Winkel abdeckte. So, wie es jeder vernünftige Iridium-Trupp machte, wenn etwas nicht stimmte. Iridium bedeutete nicht nur St?rke. Iridium bedeutete, dass man lange genug gelebt hatte, um Paranoia zu respektieren.

  Valeria schob sich vom Stamm ab und trat ein paar Schritte nach vorn. Ihre Stiefel sanken leise ins Moos, kaum ein Ger?usch. ?Endlich mal wieder nur wir zwei.“ Sie atmete tief ein, als würde sie den Wald trinken. ?Kein L?rm, keine Gilde, kein nerviges Team.“

  Sie zwinkerte. ?Und ganz ehrlich? Ich mag es, wenn es still ist.“

  Krent legte die Hand an den Griff seiner Zwillingsklingen. Der Lederwickel fühlte sich vertraut an, beruhigend. Eine dünne Linie zwischen ihm und dem, was lauern k?nnte. ?Still, ja.“ Er sprach leise, aber hart. ?Bis dir ein Dutzend Goblins im Rücken h?ngt.“

  Valeria grinste. ?Oder der gro?e Iridium-Abenteurer Krent Ingrid ist einfach nur nerv?s?“

  ?Was?!“ Krent fuhr zu ihr herum, ein Funke ?rger in der Stimme, der ihn selbst überraschte.

  Ich? Nerv?s? Als ob.

  Valeria lachte hell auf – ein Laut, der im Wald falsch klang, zu leicht, zu lebendig. Dann glitt sie ins Unterholz, so leichtfü?ig wie eine T?nzerin, als geh?rte ihr jeder Schatten zwischen den St?mmen. Krent knurrte gespielt und folgte ihr.

  Doch innerlich blieb ein flaues Gefühl im Bauch.

  Wir h?tten wirklich zu viert gehen sollen.

  Je tiefer sie gingen, desto dichter schloss sich der Wald um sie. Die letzten Sonnenstrahlen wurden seltener, nur noch kleine goldene Flecken lagen auf dem Moosboden wie vergessene Münzen. Der Duft von Harz hing schwer über der feuchten Erde, vermischt mit dem Geruch von Pilzen und nassem Holz. Manchmal glaubte Krent, etwas Metallenes in der Luft zu schmecken, nur ein Hauch – und dann war es wieder weg.

  Jeder Schritt hallte in seinem Kopf zu laut.

  So leise. Nicht mal ein Reh, kein Vogel. Es ist, als würden die Tiere selbst den Atem anhalten.

  Valeria bewegte sich vorn, den Bogen locker in der Hand, aber nicht unaufmerksam. Ihr Blick glitt über den Boden, über Bruchstellen in ?sten, über Spuren im Moos, die für die meisten nur Muster gewesen w?ren. Sie war entspannt – aber nicht dumm. Ihre Ruhe war eine Entscheidung.

  ?Entspann dich“, meinte sie, spannte den Bogen probeweise und schob eine silberne Haarstr?hne zurück. ?Das Schlimmste hier sind Schleime, vielleicht Goblins, und im schlimmsten Fall ein paar Orks, die mehr als nur grunzen k?nnen.“

  Kaum hatte sie es gesagt, ver?nderte sich die Luft.

  Ein tiefes, kehliges Knurren rollte durch das Dickicht.

  Krent blieb stehen. Sein K?rper reagierte schneller als sein Verstand. Knie leicht gebeugt. Gewicht nach vorn. Hand an den Klingen. Sein Blick schoss zu Valeria – sie hatte es auch geh?rt. Kein Wort. Nur ein minimaler Winkel ihres Kinns, als würde sie ihm sagen: da.

  Sekunden sp?ter brach eine Horde Goblins aus dem Unterholz.

  Es war, als h?tte jemand die Stille zerrissen. Kehlige Schreie sprangen zwischen den St?mmen hin und her. Speere blitzten. Rostige Klingen klirrten. Gelbe Augen glühten im Halbdunkel. Der faulige Geruch von Schwei? und altem Blut drückte sich wie eine Wand gegen Krents Nase.

  Krent grinste.

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  Endlich. Die Stille hatte recht behalten.

  Er zog die Zwillingsklingen. Metall sang leise, als es aus der Scheide glitt. Und dann – Magie.

  Blaues Knistern sprang über die Schneiden, wie Blitze, die über Stahl tanzen. Die Luft um die Klingen vibrierte, als würde sie elektrisch geladen, und das Licht war kalt, klar, gnadenlos.

  Die Goblins stürzten sich kreischend auf sie.

  Der erste sprang direkt. Krent wich seitlich aus, spürte den fauligen Atem des Wesens, spürte, wie die Klinge an ihm vorbeizuckte. Im selben Atemzug stie? er die eigene Klinge in die Seite des Goblins und zog sie im Schwung wieder frei. Warmes Blut spritzte auf den Waldboden, dunkle Tropfen auf Moos, das sofort alles verschluckte.

  Noch bevor der Leichnam fiel, war der n?chste da.

  Ein rostiger Hieb prallte auf Krents Klinge. Der Aufprall vibrierte bis in seine Schultern, lie? seine Arme kurz brennen. Er parierte, drehte das Handgelenk, lie? die gegnerische Waffe abgleiten – und schob die zweite Klinge hinein, unter die Rippen. Ein kurzes R?cheln. Dann nichts.

  Neben ihm zischte ein Pfeil vorbei.

  Ein flammender Pfeil – Feuer so sauber und hei?, dass es die Luft knacken lie?. Er durchbohrte das Auge eines Goblins. Das Wesen taumelte zurück, schrie, als würde der Klang aus seiner Kehle rei?en. Zwei weitere Pfeile folgten, so schnell, dass Krent sie kaum sah. Ein zweiter Goblin sackte zusammen, ein dritter brannte am Hals, das Feuer fra? sich gierig durch schmutzige Haut.

  ?Hier hast du deine Gegner, mein Schatz!“ rief Valeria lachend.

  Krent duckte sich unter einem Speer hinweg, lie? die Spitze über seinen Rücken streifen, spürte einen kurzen, kalten Schmerz. Er trat nach vorn, rammte die Schulter in den Goblin, der ihn bedr?ngte, und schnitt ihm in einer Bewegung über den Bauch. Magie knisterte. Der Schnitt war zu tief. Zu schnell. Der Goblin klappte zusammen, als würde er einfach ausgeschaltet.

  Ein weiterer kam von rechts. Krent drehte sich, blockte, trat, lie? die Klinge wie einen Blitz zucken. Der Stahl leuchtete blau, und der Goblin fiel mit einem dumpfen Ger?usch ins Moos.

  Valeria bewegte sich nicht wie eine K?mpferin, die gegen Zeit ank?mpfte. Sie bewegte sich wie jemand, der sie besitzt. Ein Schritt zurück, ein Schritt zur Seite, die Sehne singt, der Pfeil geht – und irgendwo bricht ein Goblin zusammen. Sie stand nie dort, wo sie gerade gewesen war. Und ihre Pfeile waren nie dort, wo man sie erwartete.

  Ein gr??erer Goblin versuchte, sich von hinten anzuschleichen. Krent spürte ihn nicht. Er h?rte ihn auch nicht.

  Er sah nur Valerias Augen. Ein kurzer Blick. Ein winziger Wink.

  Krent drehte sich im letzten Moment. Ein einziger Schritt, ein blitzender Hieb – und der Kopf des Goblins rollte über den Boden, blieb im Laub h?ngen, die Augen noch offen.

  Ein Pfeil sirrte knapp an Krents Ohr vorbei und bohrte sich in die Kehle eines weiteren Angreifers. Der Goblin machte nur noch ein gurgelndes Ger?usch, dann sackte er nach vorn.

  ?Na los, halt dich ran!“ lachte Valeria.

  ?Du machst mir Konkurrenz.“ Krents Stimme war gepresst. Nicht vor Angst, sondern vor Konzentration.

  ?Immer.“

  Sie k?mpften wie im Tanz – Krent in Funken und Wucht, Valeria in Pr?zision und Feuer. Stahl blitzte. Flammen zischten. Schreie rissen den Wald auf, dann verstummten sie einer nach dem anderen, als würde jemand eine Kerze ausblasen.

  Schon nach wenigen Minuten lagen die Goblins verstreut und reglos im Moos.

  Rauch stieg von verkohlten K?rpern auf. Der Brandgeruch mischte sich mit dem metallischen Gestank von Blut. Und dann… Stille.

  Nicht die erste Stille. Nicht die ?vorher“.

  Sondern eine, die sich schwer auf die Lichtung legte, als wolle sie alles wieder verschlucken.

  Valeria strich sich lachend eine Str?hne aus dem Gesicht, ein wenig Ru? an den Fingerspitzen. ?Sag ich doch. Nichts, was uns Sorgen machen müsste.“

  ?Tsk.“ Krent wischte die Klingen ab, lie? das Blut am Moos abstreifen, so gut es ging. Der Stahl gl?nzte wieder, aber der Geruch blieb.

  Zwischen den Leichen glitzerten kleine Sterne.

  Nicht Sternzacken.

  Es waren Oktagramme – sauber, kantig, als h?tte sie jemand aus der Welt herausgeschnitten und in den Dreck gelegt. Das Material war schlicht, dumpf gl?nzend im schwachen Licht: Kupfer. Basisklasse. Schwache Beute, aber zuverl?ssig. Valeria bückte sich und sammelte sie beil?ufig ein, als würde sie nur aufr?umen.

  Kupfersterne – brauchbar für Handel und Punkte. Nicht mehr. Nicht weniger.

  So beginnt es immer: kleine Fische, dann etwas Gr??eres. Ich spüre es.

  Sie gingen weiter, tiefer in den Wald, bis der Himmel kaum noch zu sehen war. Als die D?mmerung endgültig hereinbrach, fanden sie eine kleine Lichtung, die zumindest nicht sofort nach Falle aussah. Valeria entschied, hier Pause zu machen. Krent widersprach nicht. Sein K?rper war angespannt wie ein Bogen, und selbst er wusste: Irgendwann musste man atmen.

  Valeria entzündete ein Feuer. Der Schein vertrieb die Schatten, lie? den Wald für einen Atemzug friedlich wirken. Krent hielt Fleischspie?e über die Glut, drehte sie langsam, bis das Fett zu zischen begann. Der Duft von gebratenem Wild breitete sich aus, warm und schwer, und für einen Moment schien es, als würde er die Stille überdecken.

  ?Vielleicht wird’s doch ein entspannter Abend,“ murmelte Krent.

  ?Mhmm.“ Valeria atmete tief ein, lie? den Kopf in den Nacken sinken, als würde sie den Geruch speichern. ?Es riecht nach Harz und frischem Regen. Trotz allem… ich liebe diesen Wald.“

  Krent warf ihr einen Seitenblick.

  Ihr Gesicht wirkt friedlich. Fast, als glaubt sie an Ruhe… als w?re das Leben nicht st?ndig nur Kampf.

  Er wollte etwas erwidern. Irgendwas Sp?ttisches. Irgendwas, das den Moment wieder auf ihren üblichen Ton zog.

  Doch dann erstarrte er.

  Es begann leise – nicht wie ein Ger?usch, eher wie ein Gefühl. Ein Kribbeln in der Haut. Ein Druck in der Luft. Das Rascheln der B?ume ver?nderte sich, als würde der Wald pl?tzlich wieder zuh?ren… oder etwas erwarten.

  Dann brach Bewegung aus dem Unterholz.

  Tiere schossen hervor, hastig, panisch. Ein Hase, der fast ins Feuer rannte, bevor er abrupt abbog. V?gel stoben kreischend aus den Kronen, schlugen mit den Flügeln wie mit H?nden gegen die Luft. Etwas Gr??eres – vielleicht ein Reh – riss mit einem lauten Krachen durch das Gestrüpp und verschwand.

  Ein eisiger Wind fegte über die Lichtung.

  Das Feuer flackerte. Die Flammen neigten sich, als würden sie in eine Richtung gezogen.

  Krent sprang auf, der Griff an den Klingen. Sein Herz schlug einmal hart gegen die Rippen, und pl?tzlich schmeckte die Luft wieder nach Metall.

  über den Kronen begann der Himmel zu tanzen.

  Nicht nur zu leuchten – zu tanzen.

  Wie flüssiges Licht, das über den Horizont rann.

  Purpurrot. Saphirblau. Gold. Smaragdgrün. Pechschwarz.

  Fünf Farben, die nicht nebeneinander standen, sondern ineinanderflossen, sich überlagerten, sich gegenseitig verschluckten und wieder hervorstie?en. Das Licht war so fremd, dass es die Schatten verdrehte, als w?ren sie nicht mehr sicher, wohin sie geh?ren.

  ?Was bei Soltris…“ Krents Stimme war leise, aber scharf.

  Das ist nicht normal.

  Valeria stand ebenfalls auf. Sie hob den Bogen, und zum ersten Mal seit Beginn der Mission war ihr Blick nicht mehr verspielt. Er war wach. Ehrfürchtig.

  ?Das habe ich noch nie gesehen,“ hauchte sie.

  ?Ich auch nicht.“ Krent spürte, wie seine Finger sich fester um die Klingen schlossen. ?Und wenn etwas sch?n aussieht… ist es meistens gef?hrlich.“

  Ein Donnern lie? den Boden erbeben.

  Nicht wie ein normaler Donner.

  Eher wie… etwas, das in der Erde selbst rollte, als würde die Welt ein tiefes, uraltes Wort aussprechen.

  Die Schatten zwischen den B?umen verschoben sich.

  Krent sah, wie das Dunkel sich bewegte, als würde jemand einen Vorhang zur Seite ziehen. Und aus diesem Schatten trat er hervor.

  Ein Wesen, so gewaltig, dass die Erde selbst zu atmen schien.

  Schuppen gl?nzten wie flüssiges Silber, doch in ihnen liefen Wellen. Chromatische Str?me – Purpurrot, Saphirblau, Gold, Smaragdgrün, pechschwarz – wanderten über seinen K?rper, als w?re der Drache nicht nur Materie, sondern ein Gef?? für Farben, die nicht in diese Welt geh?rten.

  Ein Drache.

  Krent spürte, wie ihm das Blut in die Ohren schoss. Sein Herz raste, als h?tte es pl?tzlich begriffen, wie klein es war.

  So etwas darf es nicht geben.

  Der Drache war zu gro?. Zu… falsch. Nicht wie die Geschichten, nicht wie die Zeichnungen in alten Bestiarien. Er hatte Gewicht, das man fühlte, bevor man es verstand. Der Boden vibrierte bei jeder Bewegung seiner Krallen. Bl?tter l?sten sich aus den Kronen, als würde selbst das Holz Angst haben, zu bleiben.

  Valeria hob zitternd den Bogen. Ihre H?nde waren ruhig – aber ihre Augen… ihre Augen waren voller Ehrfurcht, als stünde sie vor einem Gott.

  Das Wesen breitete die Flügel aus.

  Ein einziger Schlag – und der Wind riss über die Lichtung wie eine Klinge. Das Feuer erlosch, als h?tte es nie existiert. Glut stob auseinander, rote Punkte im Dunkeln, die sofort starben.

  Dann kam ein Laut.

  Tief. Uralter als jeder Gedanke. So gewaltig, dass er nicht nur die Luft bewegte, sondern Krents Brustkorb. Es war, als würde die Stimme der Welt selbst sprechen, ein Schrei, der keinen Raum für Widerspruch lie?.

  Krent und Valeria erstarrten.

  Alles Denken, jede Bewegung – ausgel?scht von diesem Klang. Krents Muskeln reagierten nicht mehr. Seine Magie… sie fühlte sich an, als h?tte sie sich in ihm versteckt.

  Und dann sahen sie diese Augen.

  In ihren Tiefen ein Prisma – zerbrochenes Glas, das das Licht der Welt in unendliche Facetten bricht. Jede Farbe darin war zu scharf, zu klar, als k?nnte sie schneiden. Krent fühlte, wie sein Verstand nach Worten griff, nach Erkl?rungen, nach irgendetwas, das das Gesehene in eine Form pressen konnte.

  Nichts passte.

  Im n?chsten Augenblick l?ste er sich auf.

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